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LAND.HAUS.GESPRÄCH. - Musliminnen und Muslime in Europa

Unger, Aslan, Vollath, Khorchide, Kücükgöl, Orth © Mario Sudy
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Es ist ein derzeit häufig kontrovers diskutiertes und höchstaktuelles Thema: Musliminnen und Muslime in Europa. Immer mehr rücken sie in den Fokus des öffentlichen Interesses und öffnet den Raum für viele Fragen.

Aus diesem Anlass lud die Präsidentin des Landtages, Bettina Vollath, am Mittwoch, dem 5. April 2017, zu einer weiteren Veranstaltung des Formates LAND.HAUS.GESPRÄCH. in das Grazer Landhaus ein.

Es war die erste von insgesamt drei gemeinsam mit dem Grazer TRIALOG-FORUM konzipierten Veranstaltungen, bei welchen die Schwerpunkte auf den drei abrahamitischen Religionen Islam, Christentum und Judentum liegen.

Über 100 Gäste folgten der Einladung von Landtagspräsidentin Vollath, welche für diesen Abend äußerst interessante Persönlichkeiten nach Graz geholt hat. Sie betonte: „Es gibt einen immensen Wissens-, Diskurs- und Klärungsbedarf der österreichischen Gesellschaft nicht-islamischen Glaubens. Daher braucht es eine pro-aktive, ehrliche und öffentliche Debatte von und mit legitimierten Persönlichkeiten der islamischen Glaubensgemeinschaft. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, dass an diesem Abend interessante Persönlichkeiten aus diesem Bereich anwesend waren und für einen spannenden Gesprächsabend sorgten."

Die Veranstaltung wurde moderiert von Claudia Unger, der Leiterin des Afro-Asiatischen-Instituts.

Alt-Bürgermeister Alfred Stingl, welcher im Namen des Grazer TRIALOG-FORUMs Grußworte sprach, unterstrich die Notwendigkeit in Zeiten großer Verunsicherungen, sich für Humanismus einzusetzen und stets das Miteinander zu fördern.

Es folgte ein einleitender Gesprächsimpuls vom stellvertretenden Chefredakteur des Herder Verlages, Stefan Orth, der für Religionen und daher auch für den Islam zuständig ist. Er ist Herausgeber mehrerer Bücher, wie „Zur Freiheit gehört, den Koran zu kritisieren: Ein Streitgespräch" mit Mouhanad Khorchide und Hamed Abdel-Samad. „Eine prinzipielle Unvereinbarkeit von Islam und europäischer Kultur mit ihren rechtsstaatlich verfassten Demokratien und den zugrundeliegenden Werten, bis hin zu unserem Verständnis von der Universalität der Menschenrechte etwa, gibt es jedenfalls nicht. Ganz entscheidend wird es sein, dass die Muslime in Europa in alle Diskussionen über das Verhältnis von Staat und Religion eingebunden werden und nicht nur über sie geredet wird.", so Orth in seinem Impulsvortrag.


An der Gesprächsrunde nahmen teil:

Ednan Aslan, er ist Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Wien und Leiter des Masterstudienganges für Islamische Religionspädagogik für LehrerInnenbildung sowie Leiter der Forschungsplattform am Institut für Islamische Studien der Universität Wien.

Sein Statement: „Die Muslime in Österreich stehen vor Herausforderungen, die sie aus ihrer eigenen Tradition nicht kennen. „Islam mit europäischer Prägung" bedeutet nichts anderes, als dass die Muslime sich der gesellschaftlichen Herausforderung stellen und Antworten auf ihre Widersprüche im Hier und Jetzt in der Gesellschaft suchen. „Islam mit europäischer Prägung" bedeutet, dass wir uns mit unseren gemeinsamen Werten in unserer neuen Heimat identifizieren und uns hier heimisch fühlen. Dieses Verständnis der Religiosität bedeutet auch, dass wir als ein Teil dieser Gesellschaft erkannt und anerkannt werden. Damit dürfen die vielfältigen Probleme der Migration weder theologisiert noch pädagogisiert werden. Aber der Beitrag der Religionen für die Integration der Muslime darf nicht gering geschätzt werden."


Dudu Kücükgöl hat an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert und arbeitete derzeit an ihrer Dissertation zum Thema „Postkoloniale feministische Theorien und muslimische Frauen". Neben ihrem Beruf war sie ehrenamtlich 15 Jahre in der Muslimischen Jugend Österreich aktiv. Sie arbeitet als selbstständige Unternehmensberaterin und Referentin mit den Schwerpunkten Diversität Muslime in Europa, Integration, Rassismus & Sexismus, postkoloniale Theorie und Feminismus.

Ihr Statement: "MuslimInnen in Europa tragen Verantwortung und haben die Pflicht, sich positiv in die Gestaltung eines pluralistischen und friedlichen Europas einzubringen. Das bedeutet vor allem aber nicht nur Anstrengungen von ihrer Seite, damit ihr Engagement auch in der Mehrheitsgesellschaft anerkannt und unterstützt wird. Wir müssen Herausforderungen benennen und angehen ohne dabei in Pauschalurteile und in einen Zustand des Generalverdachts gegenüber MuslimInnen zu kippen. Vor allem ein innermuslimischer Dialog in einem geschützten, sachlichen und unaufgeregten Rahmen ist das Gebot der Stunde, denn Veränderungen werden mit Überzeugung und nicht mit Zwang herbeigeführt."

 

Mouhanad Khorchide ist seit 2010 Professor für Islamische Religionspädagogik und seit 2011 Leiter des Zentrums für Islamische Theologie Münster, Koordinator des Graduiertenkollegs Islamische Theologie der Stiftung Mercator sowie Leiter des Projekts „Historisch kritischer Korankommentar unter Berücksichtigung von Aneignungs-, Transformations- und Abgrenzungsprozessen zwischen Islam und der jüdisch-christlichen Tradition" im Rahmen des Exzellenzclusters „Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne" an der WWU Münster.

Sein Statement: „Die Gesellschaft hat die große Aufgabe an einem großen gesamten Wir zu arbeiten, in welchem natürlicherweise die Musliminnen und Muslime auch dazuzählen. Dafür müssen wir die Rahmenbedingungen der Etablierung eines europäischen Islams schaffen. Eine der Herausforderungen an die islamische Theologie ist unter anderem der religiös begründete Exklusivismus sowie der Umgang mit dem Koran heute und die Auslegung von Texten die im frühen 7ten Jahrhundert erstellt wurden."

 

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Graz, am 6. April 2017

 
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