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Robotertechnik im Pflegebereich als zentrales Thema beim 4. LAND.HAUS.GESPRÄCH

Gigerl, Wild, Mara, Vincze, Brunnsteiner, Vollath © Mario Sudy
Gigerl, Wild, Mara, Vincze, Brunnsteiner, VollathGigerl, Wild, Mara, Vincze, Brunnsteiner, Vollath
© Mario Sudy
 

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Am Mittwoch, dem 04.10.2017 fand in der Landstube des Grazer Landhauses das 4. LAND.HAUS.GESPRÄCH. unter dem Titel „Die Pflege von morgen - oder: Wie viel Roboter verträgt der Mensch" statt, zu welchem die Präsidentin des Landtages, Bettina Vollath, einlud. 

Thema des Abends war die Zukunft des Pflegebereiches im speziellen Hinblick auf die technischen Errungenschaften der Roboterforschung und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Pflege. Zu diesem wesentlichen Zukunftsthema diskutierten namhafte ExpertInnen und sorgten für einen intensiven und teilweise durchaus kontroversen Abend. 

Zwei Impulsvorträge eröffneten den Abend:

Markus Vincze leitet den Forschungsbereich „Sehen für Roboter" an der TU Wien. Sein besonderes Interesse gilt der Erforschung von Methoden, um Robotern das Erkennen und Verstehen ihrer Umgebung beizubringen. In seinem Impulsreferat mit dem Titel „Roboter als Helfer" beschrieb er aus technischer Sicht die Einsatzmöglichkeiten von Robotertechnologie und deren Nutzen für uns Menschen. 

Martina Mara leitet den Forschungsbereich RoboPsychology am Ars Electronica Futurelab in Linz, wo sie sich mit Bedingungen einer menschenfreundlichen Robotik beschäftigt. Sie hielt das zweite Impulsreferat des Abends und befasste sich hierbei mit der Frage, wie man sich einen Pflegeroboter vorstellen könne. 

An der folgenden Diskussion nahmen neben den Impulsvortragenden Monika Wild und Christine Brunnsteiner teil. 

1993 wurde Monika Wild Leiterin der Gesundheits- und Sozialen Dienste des Österreichischen Roten Kreuzes, im Juli 2017 Leiterin des Bereiches Einsatz und Gesundheit. Sie ist seit 2010 Mitglied des Obersten Sanitätsrates. 

Christine Brunnsteiner war 30 Jahre lang als Journalistin sowie TV- und Radiomoderatorin beim ORF Steiermark tätig und ist seit 2010 Leiterin der Generationenplattform WIR FÜR UNS. 

In professioneller Art und Weise wurde der Abend von KleineZeitung-Redakteurin Claudia Gigler moderiert. Die musikalische Umrahmung übernahmen Studierende der Kunstuniversität Graz. 

Unter den Gästen fanden sich auch hochrangige Gäste und VertreterInnen der steirischen Landespolitik in der Landstube ein. Darunter Volkshilfe-Präsidentin Barbara Gross, die Landtagsabgeordneten Sandra Krautwaschl, Barbara Riener, Andrea Michaela Schartel, Hedwig Staller, Med-Uni Rektor Hellmut Samonigg, Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer und viele weitere.

 

Statements:

 

Bettina Vollath:

„Robotertechnik hat ja längst Fuß in unserem Leben gefasst und das in unzähligen Bereichen unseres Alltags, wahrscheinlich sogar stärker, als uns allen bewusst ist. Im industriellen Bereich nicht schwer vorstellbar, wird der Einsatz von Robotern im Bereich der Pflege durchaus kontrovers diskutiert. Gerade in der Pflege tätige Menschen tragen eine große Verantwortung und das tagtäglich. Physisch, aber auch psychisch haben sie größte Herausforderungen zu bewältigen. Nach Lösungswegen zu suchen, die den Arbeitsalltag wenigstens von körperlich schwerer Arbeit entlasten, ist das Gebot der Stunde. Und naheliegend, auch die Rolle von Robotern im Pflegebereich dabei zu ventilieren. Welche Vorteile bringen sie? Welche Nachteile?"

 

Christine Brunnsteiner:

„Es wird die Verantwortung der kommenden Generationen sein, bei aller Begeisterung für das technisch Machbare, zu erkennen, dass in einer humanen Gesellschaft die menschliche Berührung und das Berührtwerden niemals ersetzt werden können. Pflege heißt vor allem auch Empathie, Fürsorge und Zeit zum Zuhören.  Aufgabe der Politik ist es, die Bedingungen für die Pflegenden zu verbessern, und damit auch eine Kultur der Gemeinsamkeit und Achtung in unserer Gesellschaft."

 

Martina Mara:

„Roboter werden dann akzeptiert, wenn sie Menschen ergänzen, nicht ersetzen. Im Bereich der Pflege muss unsere Vision daher sein, dass smarte Maschinen das Personal entlasten - beispielsweise in der Logistik oder bei schweren Hebetätigkeiten -  und somit wieder mehr Zeit für die Urform der Pflege bleibt: füreinander da sein, miteinander reden und lachen. In diesen Dingen sind Roboter nämlich furchtbar schlecht."

 

Markus Vincze:

In absehbarer Zeit werden uns Roboter zu Hause helfen und unterstützen. Sie werden Dinge vom Boden aufzuheben, zusammenräumen, Gegenstände suchen, uns anregen fit zu bleiben, und in einer Notsituation Hilfe holen. Menschen pflegen werden sie so bald nicht können. Da vertraue ich auf Menschen."

 

Monika Wild:

„Der Einsatz von Robotern und Technologie in der Pflege kann die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen und die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften verbessern. Das kann aber nur gelingen, wenn dabei die Selbstbestimmung der Menschen, das ethische Prinzip des Nichtschadens und das Prinzip der Gerechtigkeit gewahrt bleiben: So einen Roboter müsste man sich ja auch leisten können."

 

 

 

Externe Verknüpfung LAND.HAUS.GESPRÄCH. - Die Pflege von morgen - oder: Wie viel Roboter verträgt der Mensch?

 

 

Graz, am 5. Oktober 2017

 

 
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