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LAND.HAUS.GESPRÄCH. mit Jody Williams und Jennifer Teege

Hier die gesamte Veranstaltung zum Nachsehen:

Start des neuen Veranstaltungsformats im Landtag

Die erste Veranstaltung des neuen Formats LAND.HAUS.GESPRÄCH. fand am Donnerstag, dem 2. Juni 2016 auf Einladung von Landtagspräsidentin Dr.in Bettina Vollath im Sitzungssaal des Landtages Steiermark statt.


Zum Gespräch eingeladen waren zwei äußerst spannende Persönlichkeiten, die sich vor gut 130 interessierten Gästen über fesselnde Themen unterhielten:
Friedensnobelpreisträgerin und Mitgründerin der „Nobel Women's Initiative", Jody Williams, und die Buchautorin Jennifer Teege.


Am Beginn des Gesprächs standen die unglaubliche Familiengeschichte von Jennifer Teege und der damit verbundene tragische Bezug zur schrecklichen NS-Zeit.
Jennifer Teege ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. Aufgewachsen bei Adoptiveltern lebt und studiert sie einige Jahre in Israel. Mit 38 Jahren findet sie in einer Bibliothek ein Buch über ihre leibliche Mutter und entdeckt ein schockierendes Familiengeheimnis: Der KZ-Kommandant Amon Göth, bekannt aus „Schindlers Liste", ist ihr Großvater. Sie beginnt zu recherchieren, reist nach Polen und Israel und befreit sich Schritt für Schritt aus dem Schock über die Abgründe der eigenen Familiengeschichte. Über diesen Weg schrieb sie das Buch „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen".


Der thematische Bogen dieses Abends spannte sich vom Themenkomplex Vergangenheitsbewältigung, um Frieden, Frauenrechte bis hin zur anstehenden Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten von Amerika und vor allem auch um Beiträge zu einer lebenswerten Zukunft. Getragen wurde er vom immer wieder angesprochenen Wert der Versöhnung.


Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams, die sich über eineinhalb Stunden vor den vielen gespannten Zuhörenden mit Jennifer Teege unterhielt, betonte: „Friedensnobelpreise sind ein gutes Instrument, welches eine gewisse Macht verleiht. Deshalb haben wir Friedensnobelpreisträgerinnen uns zusammengeschlossen, um für eine bessere Welt zu kämpfen. Es ist egal, wo auf dieser Welt eine Ungerechtigkeit passiert, ich habe festgestellt, es ist eigentlich überall die gleiche, vielleicht sieht sie etwas anders aus, hat ein anderes Gesicht, aber wo immer ich Ungerechtigkeiten sehe, habe ich das starke Bedürfnis etwas dagegen zu tun. Ich bin eine optimistische Pessimistin und deswegen tue ich, was ich tue!"


Jody Williams erhielt 1997 den Friedensnobelpreis für ihre Arbeit für ein Verbot und die Räumung von Tretminen. Sie war damals die zehnte Frau und dritte Amerikanerin, der diese Ehre zuteilwurde. Seit ihren ersten Protesten gegen den Vietnamkrieg kämpft sie für Freiheit, Selbstbestimmung und Menschenrechte.


Jennifer Teege sprach auch politische Herausforderungen der heutigen Zeit an und meinte: „Es ist fünf vor zwölf sich zu engagieren! Es braucht allerdings mehr Frauen die sich engagieren, auch politisch. In der Politik ist es wie Gift, wenn nur eigene Interessen vertreten werden. Es ist umso wichtiger, dass Menschen am Steuer sitzen, denen man vertraut und die nicht versuchen zu manipulieren. Die Themen rund um den Österreichischen Bundespräsidentschaftswahlkampf sind globale Probleme, Probleme mit denen zurzeit die gesamte Welt konfrontiert ist, die Frage ist nämlich weltweit die gleiche: Wohin die Reise gehen soll in den nächsten Jahren, nach links, nach rechts, oder doch in die Mitte?"


Landtagspräsidentin Vollath freute sich sehr über das rege Interesse zum Auftakt der LAND.HAUS.GESPRÄCHE. und erklärte: „Das Format LAND.HAUS.GESPRÄCH. wurde konzipiert als eine Plattform, die ich, auch gemeinsam mit wechselnden Kooperationspartnerinnen und -partnern, bieten möchte, um interessanten Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen die Gelegenheit zu einem Austausch über unsere Gesellschaft bewegende Themen geben. Mit diesen Diskursen hoffe ich eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und damit Raum zur eingehenderen Auseinandersetzung mit wichtigen Fragestellungen zu schaffen. Es ist es uns gelungen, mit der Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams und der Buchautorin Jennifer Teege zwei unglaublich hochkarätige Gäste einzuladen, die mit ihrem eigenen enormen Erfahrungsschatz im Kampf für Menschenrechte, Versöhnung und Vielfalt und gegen Benachteiligungen von Frauen wesentliche Themen ansprechen."

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