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„Wie entstehen autoritäre Regimes?“ - Ausstellungseröffnung im Landhaushof

Ramp, Schweiner, Lamprecht, Vollath, Dockendorf, Riener, Klimt-Weithaler © Foto Frankl
Ramp, Schweiner, Lamprecht, Vollath, Dockendorf, Riener, Klimt-Weithaler
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Landtagspräsidentin Vollath © Foto Frankl
Landtagspräsidentin Vollath
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Reden:

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Jährlich am 5. Mai wird in Österreich der Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Es ist jener Tag, an dem im Jahre 1945 das Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich von US-amerikanischen Truppen befreit und somit das Martyrium der dort gefangen gehaltenen Menschen beendet wurde.

Aus diesem Anlass lud Landtagspräsidentin Bettina Vollath im Rahmen der Initiative „Lebendige Erinnerungskultur in der Steiermark" zur Eröffnung einer von Jugendlichen gestaltete Ausstellung in den Grazer Landhaushof.

Die Ausstellung setzt sich mit dem Jahresthema der Initiative „Wie entstehen autoritäre Regimes?" auseinander und ist bis zum Beginn der Schulferien kostenfrei ganztägig zugänglich und zu besichtigen.

Sie besteht aus 26 Tafeln, die - begleitet von einer Kooperation der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus mit erinnern.at - von Schülerinnen und Schülern aus sechs steirischen Schulen sowie von Lehrlingen der Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH gestaltet wurden.

Themenschwerpunkte sind unter anderem die Werte einer Demokratie, die Auseinandersetzung mit Diktaturen der Zwischenkriegszeit und neuen autoritären Regimes, Stereotypen und Feinbildern, Islamismus, Fundamentalismus oder Rechtextremismus.

„Demokratie ist kein Naturgesetz, sie muss von jeder Generation aufs Neue gewollt sein und gegen Angriffe von innen oder außen verteidigt werden. Zukunft braucht somit auch Erinnerung um sicherzustellen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Es ist wesentlich, dass sich gerade auch junge Menschen intensiv mit diesem demokratiesichernden Thema befassen und damit zu einer breiten Verankerung von Erinnerungskultur in der Gesellschaft beitragen.", betonte Landtagspräsidentin und Initiatorin Bettina Vollath.

Dieses Ausstellungsprojekt wurde im heurigen Jahr aus den Ressorts von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Bildungslandesrätin Ursula Lackner finanziert.

Landeshauptmann Schützenhöfer: „Europa ist ein saturierter Kontinent geworden, in dem für zu viele Menschen Demokratie zu einer Selbstverständlichkeit wurde. Dieses Projekt zeigt auf, dass wir uns das Recht auf Mitbestimmung aber jeden Tag aufs Neue erarbeiten müssen, als Bürger genauso wie als Verantwortungsträger. In der steirischen Landespolitik gehen wir den Weg des Miteinanders, denn vor allem durch konstruktive Zusammenarbeit aller verantwortungsvollen Kräfte können wir sicherstellen, dass die Risse, die sich in der Gesellschaft bereits gebildet haben, nicht zu unüberwindbaren Gräben werden. Dieses Projekt trägt dazu bei, zu sensibilisieren und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wachsam für antidemokratische Tendenzen zu machen."

Bildungslandesrätin Ursula Lackner: „Man muss der Entwicklung, dass sich auch in Österreich immer mehr Menschen nach einem starken Mann an der Spitze sehnen, entschieden entgegentreten und alles dafür tun, dass der Wert der Demokratie bei den Menschen wieder stärker ins Bewusstsein rückt. Diese Ausstellung ist ein schöner Beitrag dazu, denn Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sie muss gelernt werden."

Nach einleitenden Worten von Landtagspräsidentin Bettina Vollath und Landesrat Christopher Drexler, der in Vertretung des Landeshauptmannes zu diesem gelungenen Projekt gratulierte und die Wichtigkeit der Aufarbeitung der Vergangenheit mit heute aktuellen Themen unterstrich, folgten Grußworte vom Präsidenten des Internationalen Mauthausen Komitees, Guy Dockendorf, welcher für diese Ausstellungseröffnung in die Steiermark reiste.

Die mit Fremdenhass, Rassismus und Intoleranz gespickten Parolen und Reden der Rechtsextremen sind nicht hinzunehmen. Mit Sorge erfüllen uns auch die Brandreden verantwortlicher Politikerinnen und Politiker, in denen sie internationale Verträge in Frage stellen und zu Krieg aufrufen und dadurch viele Menschen in die Flucht treiben und zu einem menschenunwürdigen Leben zwingen. Alle politischen Entscheidungen, die insbesondere die sozialen Rechte der schwächsten Glieder der Gesellschaft weiter beschneiden, sind zu verurteilen!", so Präsident Dockendorf.


Im Anschluss wurden die Projekte der Schülerinnen und Schüler von Bettina Ramp (ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus) und Gerald Lamprecht (Centrum für Jüdische Studien und erinnern.at) vorgestellt und die Ausstellung für eröffnet erklärt.

Schülerinnen und Schüler der Schulen BG/BRG Körösistraße Graz, BG/BRG Kirchengase Graz, BG/BRG Klusemannstraße Graz, GIBS Graz, BHAK Bruck an der Mur und der BAKIP Hartberg sowie Lehrlinge der Graz-Köflacher Bahn- und Busbetriebs GmbH haben sich mit dem Projekt befasst.

 

Graz, am 9. Mai 2017 

 

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