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500 Jahre Reformation - Gedenksteinverlegung im Landhaushof

Festakt "500 Jahre Reformation" © Rabitsch
Festakt "500 Jahre Reformation"
© Rabitsch
Axmann, Schützenhöfer, Vollath, Miklas © Rabitsch
Axmann, Schützenhöfer, Vollath, Miklas
© Rabitsch
Gedenksteinverlegung im Landhaushof © Plankenauer
Gedenksteinverlegung im Landhaushof
© Plankenauer

Im Grazer Landhaus fand am Samstag, dem 14. Oktober 2017 der offizielle Festakt "500 Jahre Reformation" statt. Die Evangelische Kirche lud dazu im Rahmen der 116. Superintendentialversammlung ihre Delegierten sowie zahlreiche Ehrengäste in den Plenarsaal des Landtages ein. Die Aufarbeitung des wechselhaften Verhältnisses zwischen dem Land Steiermark und der Evangelischen Kirche stand dabei im Mittelpunkt.

Im Anschluss an die Festsitzung folgte im Innenhof des Landhauses die Verlegung des Gedenksteines. Dieser trägt die Inschrift „500 Jahre Reformation 1517 gegeneinander - nebeneinander - miteinander in der Steiermark 2017". Er soll an die wechselvolle Geschichte zwischen dem Land Steiermark und der Evangelischen Kirche erinnern. Heute ist er vor allem Zeugnis des guten ökumenischen Klimas in der Steiermark. "Als hoffnungsvolles Zeichen menschlicher Lernfähigkeit", bezeichnete Diözesanbischof die Ökumene in der Steiermark in seinem Grußwort. Die einzige Alternative um im Frieden leben zu können, sei "ein Miteinander - auch im Gebet", mahnte Krautwaschl in seinem Grußwort.

„Mit dieser Gedenksteinsetzung im Herzen der steirischen Landeshauptstadt wird ein Symbol der gelebten Ökumene, ein Symbol eines harmonischen Miteinanders der Religionen gesetzt. 500 Jahre Reformation sind würdiger Anlass, ein Zeichen für die Ewigkeit zu setzen - ein historisch bedeutsames Zeichen in unserem geschichtsträchtigen Grazer Landhaushof", freute sich Landtagspräsidentin Bettina Vollath.

"Während der Zeit der Gegenreformation wurde der evangelischen Bevölkerung großes Unrecht angetan", erklärte Hermann Schützenhöfer in seiner Grundsatzrede. Weiters sagte er: "Ich bedauere zutiefst, was da passiert ist. Wie unmenschlich man mit der evangelischen Bevölkerung umgegangen ist. Ich entschuldige mich als Landeshauptmann für damals gesetztes Unrecht ". Aus den Irrungen und Wirrungen sei jedoch Großes geworden. Für Schützenhöfer ist die Evangelische Kirche ein wichtiger Bestandteil europäischer Kultur. Allgemein gültige und akzeptierte Werte wie Menschenrechte, Demokratie, Recht, Rechtsstaat und Vernunft haben einen wesentlichen Teil ihres Ausganges in den reformatorischen Ideen Martin Luthers. Der Umgang zwischen den Kirchen und dem Land Steiermark sei heute vom Verständnis für- und miteinander geprägt. Das mache ihn sehr stolz, denn als vereinte Christenheit habe man die Verpflichtung, sich in die Gemeinschaft einzubringen.

„Mit dieser Erklärung wurde eine historische Lücke geschlossen. Die Evangelischen haben sich längst aus der "Opferrolle" herausentwickelt. Heute sind wir nicht nur Kinder der Reformation, sondern auch Kinder der Ökumene!" , hielt Superintendentialkurator Michael Axmann in seiner Ansprache fest. Die Evangelische Kirche habe ihren festen Platz in der Gesellschaft eingenommen und erfahre Wertschätzung und Akzeptanz. Wir ermuntern unsere Mitglieder sich gesellschaftlich zu engagieren. Vertreter der Evangelischen Kirche arbeiten in politischen Gremien, wie dem Friedensbüro, dem Interreligiösen Beirat oder im Landesjugendbeirat mit. In der politischen Praxis beteilige sich die Evangelische Kirche vor allem durch ihr sozialpolitisches Engagement. Die Diakonie betreibt als Auftragnehmer des Landes in der Steiermark Schulen, Altenheime, ein Krankenhaus und Behinderteneinrichtungen.

Superintendent Hermann Miklas verglich Ablasshandel damals und heute. Die Menschen heute haben andere Ängste als in der Reformationszeit - wie etwa Terrorismus, Atomkrieg oder globale Klimakatastrophen. Von diesen Ängsten getrieben, seien sie bereit, für mehr Sicherheit jeden Preis zu zahlen. Vor allem weniger Freiheit und weniger Eigenverantwortung. "Säkulare Ablassprediger" fördern das Geschäft mit der Angst zusätzlich. Aufgabe von Kirche kann es daher nur sein, gegenüber einem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis wieder "fröhlich zum Wagnis des Glaubens und des Gottvertrauens einzuladen", so Hermann Miklas, und weiter "weil Menschen mit Hoffnung im Herzen die anstehenden Herausforderungen um vieles besser anpacken können, als Menschen, die im Grunde innerlich längst kapituliert haben."

Mit dem höchsten Ehrenpreis der Evangelischen Kirche Österreich wurde Landeshauptmann Schützenhöfer im Rahmen des Festaktes ausgezeichnet. Er erhielt den Preis aus den Händen von Dr. Peter Krömer, Präsident der Synode der Evangelischen Kirche A.B. Österreich , für seine außerordentlichen Verdienste für die Evangelische Kirche A.B. Steiermark.


 

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