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6. LAND.HAUS.GESPRÄCH.

Entwicklungszusammenarbeit - Interessensgeleitete Außenpolitik oder partnergeleitete Entwicklungspolitik?

Vollath, Bachmair, Reindl, Schuerch, Böhm, Ungericht, Fritz © Mario Sudy
Vollath, Bachmair, Reindl, Schuerch, Böhm, Ungericht, Fritz
© Mario Sudy


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Dieses Jahr wäre der Grazer Ehrenringträger Karlheinz Böhm 90 Jahre alt geworden. Der Schauspieler und Humanist setzte sich bis zu seinem Tod 2014 in verschiedensten Bereichen für Menschen in Äthiopien ein, indem er mit der von ihm gegründeten Hilfsorganisation „Menschen für Menschen" unzählige Projekte zur Selbsthilfe der Menschen vor Ort schuf.

Aus diesem Anlass stand am Mittwoch, dem 25. April 2018 das Thema „Entwicklungszusammenarbeit" im Zentrum der sechsten Veranstaltung von LAND.HAUS.GESPRÄCH., zu welchem wieder interessante Persönlichkeiten zu einem spannenden Gesprächsabend zusammenkamen.

Landtagspräsidentin Bettina Vollath freute sich darüber, dass so viele Interessierte ihrer Einladung zum bereits sechsten Teil ihrer Veranstaltungsreihe gefolgt sind.

„Es braucht viel Einsatz und Willenskraft, um sich für die Rechte und das Wohl anderer Menschen einzusetzen. Karlheinz Böhm war einer dieser Menschen, der genau das tat. Er gilt als Pionier in Sachen Entwicklungszusammenarbeit und damit auch als Kämpfer für die Menschenrechte.", so Vollath.

Gesprächsgäste zum Thema des Abends waren Morgane Fritz, Wissenschaftlerin und Grazer Uni-Lektorin für Nachhaltigkeitsmanagement, Sarah Reindl, Mitbegründerin von „das Gramm", der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Menschenrechte an der Universität Zürich, Res Schuerch sowie der Grazer Wirtschafts- und Politikwissenschaftler Bernhard Ungericht. Moderiert wurde das LAND.HAUS.GESPRÄCH. von Ö1 Moderator Udo Bachmair.

Neben der Gesprächsrunde gab als weiteren Höhepunkt des Abends Almaz Böhm, die Witwe von Karlheinz Böhm, Einblicke in ihr soeben erschienenes Buch und damit auch in das Leben und Wirken ihres verstorbenen Ehemannes: „Karlheinz Böhm Freund und Wegbegleiter erinnern sich".



Zitate

Morgane Fritz:

„Nachhaltigkeit in Zulieferketten sind nicht nur eine große Verantwortung für Unternehmen, sondern auch für viele weitere Akteure wie Politiker, Konsumenten, NGOs oder Medien. Sie haben großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit in Zulieferketten und daher ist es wichtig, alle diese Akteure zu identifizieren und ihre Rollen zu verstehen um die Nachhaltigkeit zu verbessern sowie die verschiedenen Prioritäten zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten festzustellen."

 

Sarah Reindl:

„Man sollte bei Projekten der Entwicklungszusammenarbeit nicht immer den Westen als Vorbild nehmen. Konsum wird in unseren westlichen Ländern oft als Zeichen für Wohlstand angesehen. Dabei vergisst man oft, wie wenig ressourcenschonend viele Produktionen vonstattengehen und unsere Umwelt einer starken Belastung ausgesetzt ist, wie es beispielsweise bei der Milch- oder Fleischproduktion der Fall ist. Es ist wichtig, dass das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit in unserem Leben gestärkt wird, um zu einer positiven Veränderung beizutragen."

 

Res Schuerch:

„Im Sinne eines holistischen Ansatzes zur Entwicklungszusammenarbeit haben global operierende Unternehmen, nebst Staaten und zivilgesellschaftlichen Organisationen, ein großes Potential einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Hierbei ist es zentral, dass Unternehmen innerhalb ihres Einflussbereiches, einschließlich ihrer Lieferketten, die international anerkannten Menschenrechte achten und es vermeiden, negative Auswirkungen auf die Menschenrechte zu verursachen und bereits entstandenen Auswirkungen wirksam begegnen."

 

Bernhard Ungericht:

„Entwicklung bedeutet, die eigene Rolle kritisch zu reflektieren: Inwieweit führen unsere Konsummuster, Geschäftsmodelle, Wirtschafts- und Wettbewerbspolitik zu Problemen anderenorts? Wir sind das Problem, das wir lösen müssen. In unserem eigenen Interesse sollten wir lernen, unsere Bedürfnisse regional zu befriedigen. Dies reduziert unsere enorme Fremdabhängigkeit und wir können vermeiden, auf Kosten anderer und zukünftiger Generationen zu leben."



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Graz, am 25. April 2018

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