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Mitmischen Spezial: Kinderrechte im Landhaus

Im Rahmen der Steirischen KinderrechteWoche 2018 fand eine Spezialwerkstatt des bewährten Formats Mitmischen im Landhaus statt: 24 Schülerinnen und Schüler der BAfEP Judenburg waren zu Gast im Landhaus und haben sich in dieser besonderen Politikwerkstatt mit den Kinderrechten und der steirischen Landespolitik befasst.

„Welche Kinderrechte haben sie in Ihrem Ressort in den letzten 6 Monaten umgesetzt?", diese und andere Fragen haben die engagierten Schülerinnen und Schüler den politischen Vertreterinnen und Vertretern in der Landstube des Grazer Landhauses gestellt.

Vertreten waren neben Landtagspräsidentin Bettina Vollath die Regierungsmitglieder Doris Kampus und Ursula Lackner. Von den Abgeordneten waren mit dabei: Alexandra Pichler-Jessenko (i.V. LH Schützenhöfer), Michaela Grubesa, Sandra Holasek, Liane Moitzi, Lara Köck und Claudia Klimt-Weithaler.

Landtagspräsidentin Bettina Vollath eröffnete das Mitmischen Spezial 2018. "Damit Kinderrechte nicht nur in einem Gesetzesbuch stehen, sondern auch tatsächlich „funktionieren", müssen sie vor allem gekannt und verstanden werden. Und zwar nicht nur von den Erwachsenen, wie Politikerinnen und Politikern, Eltern oder Lehrerinnen und Lehrern, sondern auch von Kindern und Jugendlichen selbst. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche ihre Rechte kennen, dass sie informiert sind, wie sie diese ausüben können oder wo sie Unterstützung finden, wenn diese Rechte bedroht sind." , betonte Vollath. Sie brachte auch das Recht auf Mitbestimmung in den Fokus: „Das Recht der Mitbestimmung ist für mich von ganz großer Bedeutung, denn es ist das zentrale Recht in einer Demokratie. Daher bietet der Landtag ein breites Angebot an Veranstaltungen für Jugendliche zur politischen Bildung, in denen politische Abläufe verständlich gemacht und damit das Demokratieverständnis gestärkt wird."

Für den Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer wurde von Alexandra Pichler-Jessenko in der Landstube vertreten und konnte den Jugendlichen die Ausrichtung seines Amtes übermitteln: „Die Rechte und Bedürfnisse der Kinder haben einen besonders hohen Stellenwert, denn sie sind die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft. Ein Land ohne Kinder ist ein Land ohne Zukunft. Es gilt daher immer auch einen Blick auf ihre Anliegen zu richten, etwa wenn es um die Unterstützung der Errichtung und Sanierung von Kindergärten und Schulen geht. Aber auch die besondere Berücksichtigung des Wohls der Kinder bei behördlichen Verfahren ist wichtig. Als Politiker haben wir die Verantwortung unseren Kindern und Enkelkindern keine Hypotheken zu hinterlassen, sondern Chancen für eine gute Zukunft zu bieten." 

Dass viele weitere Kinderrechte von großer Bedeutung sind, wurde von allen Entscheidungsträgern herausgestrichen: „Gewalt in der Familie und in der Schule ist für viele Kinder in der Steiermark leider Realität. Nicht immer bedeutet Gewalt, dass Kinder geschlagen werden, auch psychische und emotionale Gewalt, sowie Gewalt im Internet gehören oft zum Alltag vieler Kinder", erklärte Soziallandesrätin Doris Kampus in ihrem Statement und betonte ihr Anliegen daran zu arbeiten, allen steirischen Kindern ein würdevolles und gerechtes Leben zu ermöglichen. 

Für Jugend und Bildungslandesrätin Ursula Lackner ist klar: „Die Kinderrechte müssen 365 Tage im Jahr in unserem Fokus stehen und mit Leben befüllt zu werden. Um beispielsweise das Recht auf Berücksichtigung der Meinung des Kindes zu gewähren, müssen Jugendliche nicht nur hautnah erleben können wie demokratische Prozesse ablaufen, sondern sich auch daran beteiligen können."

Die Antworten auf die Frage, was in den letzten sechs Monaten im Bezug auf die Umsetzung der Kinderrechte im eigenen Ressort getan wurde, wurde von allen Regierungsmitgliedern schriftlich beantwortet und ist nachzulesen auf der Homepage: Externe Verknüpfung www.mitmischen.steiermark.at

Die Jugendlichen selbst haben sich in der Werkstatt sehr engagiert zu Landespolitik und speziell den Kinderrechten ausgetauscht und folgende Fragen gestellt:

  • „Wir haben in unserer Schulform über 40 Stunden pro Woche Schule. Wie lässt sich das mit dem Recht auf Freizeit vereinbaren?"
  • „Warum ist das Recht auf Bildung nicht so gut umgesetzt - Vergleich BAfEP und HTL?"
  • „Wie wird das Kinderrecht auf Gewaltfreiheit umgesetzt und welche Auswirkungen hat dies auf die KindergartenpädagogInnen?"

Einig waren sich die Abgeordneten sowohl bei ihren Antworten, dass über 40 Stunden Schulzeit eigentlich zu viel für Jugendliche sind und es hier Veränderungen bräuchte, als auch bei den Antworten auf die Frage nach der Rolle der PädagogInnen in Bezug auf Gewaltfreiheit: Hier würden KindergartenpädagogInnen eine sehr wichtige Rolle in Bezug auf den Gewaltschutz haben.

Daneben gab es auch reichlich Gelegenheit zu persönlichem Austausch in Kleingruppen mit Politikerinnen und Jugendlichen zu den Kinderrechten.

Am Ende der Veranstaltung ist Daniela Köck, Geschäftsführerin von beteiligung.st sehr zufrieden. Ihr und dem Team von Mitmischen ist es wieder gelungen, das Format "Mitmischen im Landhaus" auf eine breite Basis zu stellen: „Wenn es um die jungen Menschen geht, ziehen alle im Landhaus an einem Strang, das ist gut und schön zu sehen."

 

Mitmischen Spezial fand im Rahmen der Steirischen KinderrechteWoche statt. Die Woche verleiht den Kinderrechten in vielfältiger Weise Ausdruck. Kinder und Jugendliche aus der Steiermark diskutieren die Kinderrechte mit engagierten PolitikerInnen, werden mit steirischen KünstlerInnen aktiv und gestalten ausgewählte Kinderrechte, setzen sich mit Kinderrechten musikalisch auseinander, übersetzen sie theatralisch - kurz: Kinder und Erwachsen machen eine Woche lang Kinderrechte hörbar, sichtbar und begreifbar.

Die KinderrechteWoche ist eine Initiative von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark, dem Menschenrechtsbeirat der Stadt Graz, dem Kinderbüro und beteiligung.st.

Graz, am 19.11.2018

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