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Ökumenischer Jahresempfang im Landhaus

Am 22. November 2018 fand der alljährliche Jahresempfang des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark - diesmal wieder in gewohnter Tradition im Landhaus des steirischen Landesparlaments - statt.

Der Abend stand unter dem Thema „Als Kaffeetrinken politisch wurde - Aufbruch-Umbruch 1968" und wurde von Stefan Heckel und Erich Oskar Huetter musikalisch untermalt.

Landtagspräsidentin Bettina Vollath begrüßte die versammelten religiösen Vertreterinnen und Vertreter und freute sich, auch dem diesjährigen Empfang des Ökumenischen Forums heuer wieder eine würdige Bühne geben zu können. Sie betonte: „Trotz der unterschiedlichen Größenverhältnisse pflegt man einander auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Gute Beziehungen, oft sogar Freundschaften zwischen den Repräsentanten der verschiedenen Kirchen prägen seit vielen Jahren das steirische Klima und zeigen vor allem eines unserer Gesellschaft vor: Nur in einem gemeinsamen Miteinander können wir gegen Intoleranz und Ausgrenzung ankommen. Gemeinsam stehen wir für Inklusion und Teilhabe für alle Menschen in unserer Gesellschaft und gemeinsam können wir, wie es uns in den in den „68ern" vorgelebt wurde, eine gerechtere Welt für alle schaffen."

Es war der erste Jahresempfang mit Stadtpfarrpropst Christian Leibnitz, der dem früheren evangelischen Superintendenten Hermann Miklas in dieser Funktion nachfolgt.

Leibnitz verwies in seiner Begrüßung auf die gemeinsam begangenen Gedenkjahre 2017 und 2018 und auf das kommende Jubiläum 2019: 20 Jahre Ökumenisches Forum christlicher Kirchen in der Steiermark. Der Titel der Veranstaltung „Als Kaffeetrinken politisch wurde. Umbruch - Aufbruch 1968" wurde ausgewählt, um auf die damals aufkommende Solidarität mit den Kaffeebauern und das generell wachsende Bewusstseins für globale Gerechtigkeit hinzuweisen. Themen, in die auch viel christliches Engagement floss. Dabei erinnerte Leibnitz an Slogans wie „Jute statt Plastik" und mit Blick auf die Entwicklungszusammenarbeit an „trade not aid - Handel statt Hilfe ". Vieles wäre ohne die 68er Bewegung nicht möglich gewesen. Die 68er Bewegung stellte auch kirchenintern kirchliche Autorität in Frage. „Es war wohl die Zeit der Slogans, darunter auch der Ausspruch ‚Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren‘", so Leibnitz.

Es folgten Kurzreferate zum Thema von Susanne Heine und Peter Pawlowsky. Den thematischen Abschluss des Abends gründeten die Interviews mit Zeitzeugin Edeltraud Pongratz und Zeitzeuge Harald Baloch, die die 68er selbst erlebt haben, moderiert wurde der Abend von Claudia Unger.

Moderator Hochschulseelsorger Alois Kölbl befragte Edeltraud Pongratz, die 1968 als erste evangelische Pfarrerin in der Steiermark ordiniert wurde, und Harald Baloch, ehemaliger wissenschaftlicher Referent von Bischof Johann Weber, über ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit dem „schilllernden Jahr" 1968. Baloch machte vor allem auf die rationalen und emotionalen Widersprüchlichkeiten aufmerksam. Man stellte sich gegen die Autoritäten der „Tätergeneration" durch Rationalismus und sehnte sich zugleich nach philosophischen Autoritäten.

Wie wir ohne Gewalt und ohne uns zu verbiegen, unseren Sehnsüchten folgen können, war eine der zentralen Fragen, die anschließend im Plenum diskutiert wurden.

Graz, am 23.11.2018

Rehner, Frank-Schlamberger, Vollath, Leibnitz © LTD/Zehetner
Rehner, Frank-Schlamberger, Vollath, Leibnitz
© LTD/Zehetner
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