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11. LAND.HAUS.GESPRÄCH.

100 Jahre Frauenwahlrecht

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Am Mittwoch, dem 8. Mai 2019, lud die Präsidentin des Landtages Steiermark, Bettina Vollath, im Rahmen des Veranstaltungsformates LAND.HAUS.GESPRÄCH. zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht in das Grazer Landhaus ein.

Es wurden interessante Persönlichkeiten zum Gespräch eingeladen um über die Entwicklungen, seit Frauen in der Steiermark am 11. Mai 1919 zum ersten Mal dazu berechtigt waren, den Steirischen Landtag zu wählen und auch gewählt zu werden, zu sprechen.

Was wurde bisher erreicht und was gibt es noch zu tun? Erfolge, Rückschläge, Umbrüche - Darüber und über vieles mehr sprachen diese DiskutantInnen:

  • Ass.-Prof.in Birgitta Bader-Zaar
  • Ass.-Prof. Christian Pippan
  • Ao. Univ.-Prof.in Karin Maria Schmidlechner-Lienhart


Landtagspräsidentin Vollath eröffnete den Abend in der Landstube des Grazer Landhauses. „Das allgemeine, freie Wahlrecht ist eines der wichtigsten Merkmale einer modernen Demokratie und wird mittlerweile im 21. Jahrhundert angelangt in Österreich als Selbstverständlichkeit angesehen. Bis Frauen vor genau 100 Jahren eine Stimme gegeben wurde, die ihnen politische Mitsprache gewährte und diese bis dahin bestehende Ungleichbehandlung beendet wurde, war es ein langer und steiniger Weg. Noch immer bleibt aber viel zu tun und es bedarf kluger Überzeugungskraft, starken Willens und ständiger Beharrlichkeit, um das Ziel einer faktischen Gleichstellung von Männern und Frauen zu erreichen.", so Vollath.

Vor Beginn der Gespräche hielten Landesrätin Ursula Lackner und Landesrat Christopher Drexler Grußworte.

Landesrätin Lackner: „Auch wenn mittlerweile auf allen politischen Ebenen Frauen aktiv sind, ist das Ungleichgewicht noch groß. Um Frauen den Einstieg in die Politik zu erleichtern, habe ich Initiativen gestartet, die mehr Mädchen und Frauen für Politik interessieren und ermutigen sollen, politische Verantwortung zu übernehmen. Denn nur wenn Frauen mitbestimmen, können sie sicher sein, dass ihre Anliegen und Bedürfnisse ausreichend berücksichtigt werden. Seit Beginn dieses Jahres gibt es einen Lehrgang, der Frauen auf den Einstieg in die politische Arbeit vorbereitet. Das Interesse ist enorm, daher werden nun die Möglichkeiten geprüft, einen weiteren Lehrgang durchzuführen." (Infos: www.frauen.steiermark.at)

Landesrat Drexler: „Das Wahlrecht für Frauen wird heute weitgehend als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Welch langen beschwerlichen Kampf die Pionierinnen führen mussten, um eine gleichberechtigte Teilnahme an Wahlen in der Steiermark und in Österreich zu erreichen, wollen wir uns anlässlich des 100-jährigen Jubiläums erinnern. Es ist aber auch ein Anlass zu bedenken, dass wir in vielen Bereichen eine echte Gleichberechtigung noch nicht erreicht haben und unser Handeln dahingehend Tag für Tag kritisch hinterfragen müssen. Allerdings müssen wir uns- Frauen wie Männer - bewusst sein, dass Demokratie von Beteiligung lebt und es an uns allen liegt, die errungenen demokratischen Rechte zu bewahren, in dem wir sie aktiv leben."

Die Moderation des Gesprächsabends übernahm in gewohnt professioneller Weise Kurier-Redakteurin Elisabeth Holzer.


Statements der Gesprächsteilnehmenden:

Birgitta Bader-Zaar: „Die internationalen Gemeinsamkeiten der Debatten über das Frauenwahlrecht weisen auf transnationale Diskurse und Verflechtungen der Frauenbewegungen hin. Für die Realisierung politischer Gleichberechtigung spielte letztendlich das Ideal der Gleichheit eine untergeordnete Rolle. Spezifische politische Konstellationen waren für den Durchbruch entscheidend."

Christian Pippan: „Das Jubiläum "100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich" korreliert auf UN-Ebene mit dem 40-Jahr-Jubiläum der Verabschiedung der Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau im Jahr 1979. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen ist eine Kernforderung der Konvention, ihre Durchsetzung stößt jedoch nach wie vor auf erhebliche Schwierigkeiten."

Karin Maria Schmidlechner-Lienhart: „Mit der Einführung des gleichen, direkten, geheimen und allgemeinen Wahlrechts war für Frauen zunächst weder die tatsächliche Anerkennung als vollwertige Staatsbürgerinnen noch eine ausreichende Beteiligung am politischen Leben verbunden, dafür waren die gesellschaftlichen Vorbehalte gegenüber politisch tätigen Frauen zu groß."


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Graz, am 8.5.2019

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