Link zur Startseite

„Wie geht Widerstand?“ - Ausstellungseröffnung im Landhaushof

Schmölzer, Drexler, Vollath, Lackner, Ramp, Halbrainer, Lamprecht © Foto Frankl
Schmölzer, Drexler, Vollath, Lackner, Ramp, Halbrainer, Lamprecht
© Foto Frankl

Jährlich am 5. Mai wird in Österreich der Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Es ist jener Tag, an dem im Jahre 1945 das Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich von US-amerikanischen Truppen befreit und somit das Martyrium der dort gefangen gehaltenen Menschen beendet wurde. 

Aus diesem Anlass lud Landtagspräsidentin Bettina Vollath im Rahmen der Initiative „Lebendige Erinnerungskultur in der Steiermark" zur Eröffnung einer von Jugendlichen gestalteten Ausstellung in den Grazer Landhaushof. Nachdem in den beiden Jahren zuvor die Themen „Wie entstehen autoritäre Regimes?" und „Was will der Staat von der Schule?" im Fokus standen, liegt der diesjährige Schwerpunkt auf der Frage „Wie geht Widerstand?"

Die Ausstellung besteht aus 21 Tafeln und steht interessierten Besucherinnen und Besuchern bis Schulferienbeginn im ganztägig zugänglichen Landhaushof zur kostenfreien Besichtigung zur Verfügung. 

Landtagspräsidentin Vollath eröffnete die Ausstellung und dankte den Schülerinnen und Schülern für ihren wichtigen Beitrag. „Der Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus erinnert nicht nur an die Gräueltaten in der Zeit des NS-Regimes, sondern auch an Personen, die Widerstand leisteten. Junge Menschen steirischer Schulen haben sich in den letzten Monaten mit dem Thema Widerstand intensiv auseinandergesetzt und ihre Ergebnisse in Form dieser Ausstellung präsentiert. So haben sie beispielsweise aufgezeigt, wie wichtig es ist zu erkennen, ab wann es nötig ist Widerstand zu leisten und dass dieser bereits im Kleinen Wirkung zeigen kann.", so Vollath. 

Unterstützt wurde das Ausstellungsprojekt wie bereits in den Vorjahren von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landesrätin Ursula Lackner

Die Gendenkinitiative des Landtages Steiermark ist ein wertvoller Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur. Es ist wichtig das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Friede, Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind, sondern täglich neu geschützt, errungen und gelebt werden müssen", so Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer. 

Ursula Lackner betonte: „Es ist wichtig, dass wir uns in unserem eigenen Wirkungsbereich laufend Gedanken machen, wie die eigene Geschichte sichtbar und vermittelbar gemacht werden kann. Dabei darf sich eine lebendige Gedenkkultur nicht auf Jubiläumsjahre alleine beschränken, sondern muss sich im Alltag verankern. Die diesjährige Ausstellung "Wie geht Widerstand" ist ein wertvoller Beitrag dazu." 

Im Rahmen von Workshops erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit Diskussionen, Literaturrecherche und Vorträgen die Definitionen von Widerstand, um im Anschluss verschiedene Formen von Widerstand aufzuzeigen und dabei ein breites politisches, religiöses, soziales aber auch humanitäres Spektrum abzudecken. Die Schülerinnen und Schüler haben gezeigt, dass andere Zeiten und andere Orte verschiedene Formen von Widerstand rechtfertigen und dass das Recht auf Widerstand, nach einer Definition von Arthur Kaufmann, ein höheres Recht und das letzte Mittel im Kampf gegen nicht anders zu bekämpfendes Unrecht darstelle. 

Unterstützung erhielten die Jugendlichen dabei von Lehrkräften ihrer jeweiligen Schulen, vom Verein Clio in Kooperation mit erinnern.at und weiteren Expertinnen und Experten, die die Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf die Recherchearbeit und Ausarbeitung der Projektthemen unterstützten. 

Es beteiligten sich die Schulen PNMS Hasnerplatz, BORG Dreierschützengasse, Akademisches Gymnasium Graz, Bafep Hartberg, BG/BRG Kapfenberg und BG Judenburg. 

Nach einleitenden Grußworten von Landesrat Christopher Drexler (in Vertretung des Landeshauptmannes) und Landesrätin Ursula Lackner, präsentierten die Projektverantwortlichen Gerald Lamprecht vom Centrum für Jüdische Studien und Bettina Ramp von der Pädagogischen Hochschule Steiermark das Ausstellungsprojekt.

Die Beschäftigung mit unterschiedlichen Formen des Widerstands gegen Faschismus und Nationalsozialismus führt uns vor Augen, dass es auch Männer und Frauen gab, die den anderen Weg gegangen sind, sich gegen Unrecht und Unterdrückung zur Wehr setzten und/oder Verfolgten zur Seite standen. Ihr Verhalten kann und soll uns auch in der heutigen Zeit Vorbild und Anleitung sein.", so Lamprecht in seiner Projektvorstellung. 

Abschließend folgte eine Lesung von Professor August Schmölzer aus dem Buch „In der Gewissheit, dass ihr den Kampf weiterführen werdet: Briefe steirischer Widerstandskämpfer/innen aus Todeszelle und KZ". Angelehnt an ein Zitat von Helmut Brandstätter (Kurier) schloss Schmölzer: „Noch müssen wir nicht mutig sein, wir dürfen alles sagen. Wir müssen aber Acht geben, dass wir nicht irgendwann mutig sein müssen. Aber dann kann es vielleicht schon zu spät sein, denn unsere Demokratie ist nicht garantiert."

Externe Verknüpfung Weitere Informationen zur Initiative für eine lebendige Erinnerungskultur finden Sie hier.

 

Graz, am 13. Mai 2019 

 

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).