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Klima und Umwelt als zentrale Themen im Landhaus

„Klima im Wandel“ - Standpunkte, Positionen und Visionen

Zotter, Bachler, Kolar, Ahamer, Kirchengast © Spekner
Zotter, Bachler, Kolar, Ahamer, Kirchengast
© Spekner

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Am Montag, dem 28. Oktober 2019, lud Landtagspräsidentin Gabriele Kolar zu einer spannenden Schwerpunkt-Veranstaltung mit dem Titel „Klima im Wandel" in die Landstube des Grazer Landhauses ein.

Dazu hielten spannende und mit den Themen verbundene Persönlichkeiten Impulsvorträge, um ihre Sichtweisen und Standpunkte aufzuzeigen. Rund 200 Gäste füllten die Sitze im Landhaus. Der thematische Bogen spannte sich von klimatisch bedingten Veränderungen über den allgemeinen Umgang mit der Umwelt hin zu Appellen gepaart mit innovativen Ideen für mehr Nachhaltigkeit.

Es sind dies die thematischen Kernpunkte in der Amtszeit von Landtagspräsidentin Kolar, welchen zuletzt auch immer mehr die notwendige Beachtung geschenkt wird. Über dieses steigende Bewusstsein erfreut, möchte Kolar auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten der steirischen Bevölkerung den Klima- und Umweltschutz näherbringen. „Die Notwendigkeit eines nachhaltigen Klimaschutzes ist nunmehr in den Köpfen der meisten Menschen angekommen ist. Am meisten freue ich mich, dass vor allem junge Menschen hier ein entsprechendes Problembewusstsein entwickelt haben und bereit sind, auch aktiv zu werden. Aber egal ob jung oder alt, wir müssen alle an einem Strang ziehen, um die Herausforderungen zu bewältigen. Wir müssen Verantwortung übernehmen und wirksame Maßnahmen ergreifen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Vieles wurde bereits getan, doch noch immer gibt es viel zu tun. Die heutige Veranstaltung hat mit den vielen spannenden Perspektiven wieder gezeigt: Noch ist es nicht zu spät, es braucht nur den Willen, etwas zu tun!", betonte Gabriele Kolar.

 

Spannende Impulse unterschiedlicher Charaktere zum Thema des Tages:

Gottfried Kirchengast, Geophysiker und Universitätsprofessor an der Karl-Franzens-Universität Graz, Gründungsdirektor des Wegener Centers für Klima und Globalen Wandel sowie Sprecher des Profilbereichs Climate Change Graz, hat eine Vision zur Bekämpfung des Klimawandels: „Durch meine Forschung bin ich persönlich Zeuge des Klimawandels: Die Erde hat Fieber, aber wie stoppen wir es? Am meisten durch eine ernsthafte sozial-, wirtschafts- und umweltgerechte Klimapolitik, die die Menschen verstehen. Weil sie Milliardenkosten im Budget spart und hunderttausende Arbeitsplätze, eine gerechtere Gesellschaft und unseren Kindern Zukunft schafft.", so Kirchengast.

Josef Zotter ist Chocolatier, Bio-Landwirt und erfolgreicher Unternehmer, er bezeichnet sich selbst als Bauernhofromantiker und Andersmacher. Vor allem letzteres bestätigt er immer wieder mit zahlreichen innovativen Ideen und Projekten. Er steht beispielsweise mit seiner eigenen Zotter-Umwelterklärung für Nachhaltigkeit und Umweltschutz in seinem Unternehmen. In seinem Impuls betonte er: „Klimawandel bedeutet in erster Linie einen unternehmerischen Wandel. Ich sehe es als meine persönliche Aufgabe und Ziel meine Produkte klimaneutral herzustellen und nachhaltiges Unternehmertum sichtbar zu machen. Frag niemals den Markt was er sich wünscht, sondern zeige was möglich ist! Wir brauchen Pioniere die sogar über Klimaziele hinausgehen und zeigen, dass sie dennoch erreichbar sind - am besten sofort!"

Auch die äußerst medienwirksame und stets präsente Fridays for Future Bewegung war fester Bestandteil der Veranstaltung. Alexander Ahamer ist Student und Fridays for Future-Aktivist „Die Klimakrise ist das Gesicht der globalen Probleme auf fast allen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sektoren und die Konsequenz von der Abwendung von dem Ursprung unseres Daseins selbst. Der kommende Wandel kann und wird kein oberflächlicher sein, denn es geht darum unsere Lebensweise von Grund auf zu hinterfragen. Kein E-Auto und Papiersackerl alleine kann die Antwort sein, ein tiefgreifender Wandel in Wirtschaft, Konsum und Vermögensverteilung ist unumgänglich. Seit dem Bekanntwerden des menschgemachten Klimawandels hat sich bis heute noch nichts verändert, die Treibhausgas-Emissionen steigen noch immer an, anstatt zu fallen. Das 1,5 Grad Ziel ist das an dem wir uns halten müssen, nicht an mensch-konstruierte Wirtschaftsmodelle. Weltweit kämpfen wir für das Leben und wachsen bis unser Ziel erreicht ist.", so Ahamer.

Abschließend berichtete der steirische Berg- und Almbauer sowie Direktvermarkter Christian Bachler aus Krakauhintermühlen, vor allem auch bekannt durch zahlreich geteilte Social-Media-Videopostings und dem öffentlich wirksamen Kontakt mit der Wochenzeitung Falter, neben seinen Appellen zum Überdenken der aktuellen Wirtschaftspolitik, über die teils dramatischen Entwicklungen in der hochgelegenen Region um seinen Bergbauernhof und brachte zum Nachdenken anregende Beispiele. „Viele spüren die Auswirkungen des Klimawandels erst, wenn sie sich zum Skifahren aufmachen und dann feststellen, dass kein Schnee mehr da ist - ich sehe sie aber tagtäglich und bin davon überzeugt: Es ist allerhöchste Zeit für Veränderung, denn so kann es nicht weitergehen! Ich appelliere daher an die Politik, sich selbst - direkt vor Ort - ein Bild zu machen, um die Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit dieses Themas zu erkennen - Es brennt der Hut!", betonte Bachler.

Die Moderation der rund zweistündigen Veranstaltung im Landhaus übernahm Gernot Esser, für die musikalische Umrahmung sorgte der Kinderchor des Johann-Joseph-Fux Konservatoriums.

Außerdem hat die Behinderteneinrichtung Simultania unter der Leitung von Helmuth A. Ploschnitznigg für diesen Tag eine Ausstellung mit zwölf Fotoübermalungen, welche die heile Welt der Natur darstellen und mit handgemalten Störelementen ein völlig neues Bildthema aufgreifen, als Signal für unsere (Um)WELT gestaltet. Die Bilder werden als Kunstkalender für das Jahr 2020 produziert und wurden für die Veranstaltungsgäste im Rittersaal des Landhauses ausgestellt und erstmals präsentiert.

Graz, am 28. Oktober 2019








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